Dippoldiswalder Heide

Radfahrer vor dem Einsiedlerstein in der Dippoldiswalder Heide
Einsiedlerstein in der Dippoldiswalder Heide

Landschaftlich reizvoll ist die in Oelsa und Karsdorf angrenzende Dippoldiswalder Heide. Kulturdenkmale wie die Ruine der Barbarakapelle, Einsiedlerfelsen, Steinernes Messer, Wolfsäule sowie der Heidemühlenteich sind beliebte Wanderziele. Der Teich wurde für Bade- und Campingfreunde 1968 als Naherholungszentrum ausgebaut. Reitsportfreunde, Radfahrer und Wandersleute erreichen auf dem sehr gut beschilderten Wegenetz so manchen an
die Historie erinnernden Ort.

Das Steinernes Messer oder der Messerstein, ist ein verstümmeltes Steinkreuz am Malterweg und steht nahe der Wanderwegekreuzung Alte Rabenauer Straße. In den Schaft sind Umrisse eines Messers eingemeißelt. Dies ist ein altes Mal zur Sühne eines Mordes oder Totschlages, welches früher am Tatort aufgestellt wurde. Bereits 1572 wird es im "Kurfürstlichen Waldzeichenbuch" als "Steinernes Kreuz" erwähnt. Das Kreuz wurde später als Wegsäule genutzt, wobei die Arme abgeschlagen wurden und zur Orientierung auf der Vorderseite oben links ein H und auf der Rückseite oben rechts ein N eingemeißelt wurde. 1785 spricht man im Waldzeichenbuch vom "Steinernen Messer".

Wolfsäule
Die Wolfsäule ist eine von 3 Wolfsdenkmälern in Sachsen. Die anderen beiden Wolfsdenkmäler stehen in Moritzburg und in der Laußnitzer Heide. Seit Mitte des 18. Jh. ( um 1750 ) war der Wolf weitgehend aus Sachsen verschwunden. Die in späteren Jahren in Sachsen erlegten Wölfe scheinen in der Hauptsache aus den Nachbarländern eingewandert zu sein. In Böhmen hielt sich die Tierart noch lange und in Schlesien gehörte sie bis Ende des 18. Jh. zu der eingesessenen Tierwelt. Die Wolfsäule erinnert daran, dass bei einer Jagd im Jahre 1802 der letzte Wolf, der in der Heide "aus- und eingetrabt" ist, erlegt wurde. Die Säule wurde kürzlich restauriert.

Einsiedlerstein
Der Einsiedlerstein (höchster Punkt 360 m ü. NN, geologisches Naturdenkmal) ist ein Felsengebilde aus oberkreidezeitlichen Sandstein mitten in der Heide, unweit der Kreuzung des Marktsteiges mit dem Malterweg. Der freistehende Felsblock löste sich durch Erosion aus dem ursprünglich zusammenhängenden Sandsteinkomplex heraus. Kleinverwitterungsformen wie Waben und Eisenschwarten zeugen davon an den Wänden des Quadersandsteins. Die benachbarten Sandsteinfelsen tragen Grundmauern einer kleinen Kapelle, 6 x 4 m groß, für welche der Name Katharinenkapelle überliefert ist und die eine Schwesternkirche der Barbarakapelle sein soll. Im Zuge der Reformation wurde die katholische Katharinenkapelle 1539 abgetragen. In den Stein gemeißelte Aufnahmelager für Balken, Falze und Stufen weisen auf die einstige Bebauung hin. Hier soll in alter Zeit ein Einsiedler namens Dippold gehaust haben (Sage). Man spricht bei den Felsformen vom Glockenstein und vom Hüttestein des Einsiedlers, wo man eine Silbermünze von 1542 fand, und schließlich auch von des Einsiedlers Sitz. Neben der in den etwas tiefer liegenden Felsen eingebetteten "Küche" liegt der jetzt vermauerte Eingang zur Höhle, die der Sage nach Zutritt zu einem Stollen ist, der bis nach Rabenau und Dippoldiswalde geführt haben soll. Tatsächlich ist die Höhle 7 Meter lang und mit der Jahreszahl 1601 versehen. Sie weist auf früheren Bergbaubetrieb hin (Einsiedlerschuf). Die Geschichtsschreibung gibt kund, dass dieser Waldteil zu Beginn der Besiedlung des Erzgebirges dem böhmischen Adelsgeschlecht Dippolicz gehörte. Adalbert von Prag (geb. um 956; gest. 23.04.997), ein Nachkomme der Sippe und späterer Prager Bischof, soll sich hier für einige Zeit aufgehalten haben, bevor er auf einer Missionsreise in den damals noch heidischen Norden weiterzog. Adalbert von Prag wurde an einem nicht näher bekannten Ort an der Ostsee, am Ufer des Frischen Haffs am 23. April 997 erschlagen. Vielerlei Einmeiselungen mit Namen und Jahreszahlen, die ältesten von 1461, auch ein Abbild des sagenhaften Dippold, der laut Geschichtsforschung gar nicht existiert hat und die Überreste eines kurfürstlichen Jagdtisches von 1692 sind noch heute zu finden.

Der Steinerner Tisch wurde zu Zeiten der höfischen Jagden 1692 als Raststätten für den Kurfürsten aufgestellt und befindet sich links an der Straße zwischen Dippoldiswalde und Oelsa, unweit der Dippoldhütte.

Schwer zu entdecken ist das Findlingskreuz unweit des Steinernen Messers. Es ist ein weiteres Kreuz aus Sandstein in Richtung Einsiedlerstein in der Forstabteilung 54. Es steht möglicherweise in Beziehung zu einem alten Wallfahrtsweg, der in westlicher Richtung zum Kloster Altzella bei Nossen führt. Der Name geht darauf zurück, dass einst nach der Schneeschmelze an dieser Stelle ein unbekannter Toter aufgefunden wurde.

Nahe dem Heidehof, einst eine historische Gastwirtschaft und heute Hotel am Südrand der Dippoldiswalder Heide an der Kreuzung der Fahrstraßen Dippoldiswalde - Oelsa und Oberhäslich-Malter gelegen steht unweit die Schleifsteinbrüche der König-Johann-Turm, der bestiegen werden kann. Dieser wurde 1885 errichtet und am 18. Juni 1886 geweiht. Er steht auf einem 8-eckigen Sockel. Über 102 Stufen erreicht man die Aussichtsplattform in 20 m Höhe und hat einem schönen Weitblick bis ins untere Osterzgebirge.