Stuhlbau

Adam Friedrich Zürner, der Landvermesser von Sachsens Kurfürst August dem Starken, notierte 1720 auf seinen Reisen:

Rabenau, hier ist merkwürdig, dass fast alle Einwohner Stuhlmacher sind, die hölzerne Lehnen zu Stühlen machen, auch geflochtene englische, geschnitzte und andere feine Stühle, schon über 100 Jahre, darunter 100 Dutzend jährlich nach Dresden, Freiberg, Magdeburg, Berlin und Hamburg geschickt werden.

Diese Aussage Zürners ist ein wichtiges Dokument über Beginn und damaligen Entwicklungsstand des Rabenauer Stuhlbaus.

Rabenau hat sich bis heute als Zentrum des handwerklichen Stuhlbaus in Sachsen behauptet. Mehr noch: Wie in keiner anderen Region Deutschlands ist hier die traditionelle Stuhlbaukunst erhalten geblieben. Die Sitzmöbelhandwerk e.G. bewahrt heute mit neun Mitgliedern mit 29 Beschäftigten die Handwerkskunst.

Ende des 19. Jahrhunderts hielt auch der industrielle Stuhlbau mit Ferdinand Reuter Einzug in Rabenau. Er ließ eine große Fabrikanlage auf dem Gelände der Burgruine errichten. Es wurden zumeist Stühle aus gebogenen Buchenholzstäben produziert. Heute wird am gleichen Standort seit über 140 Jahren die Tradition dieser jahrhunderten alten Sitzmöbelproduktion durch die Polstermöbelindustrie Oelsa gelebt. Es werden mit modernen Fertigungsmethoden und innovativen Entwicklungen Polstermöbel für das In- und Ausland gefertigt.

Die Geschichte des Stuhlbaus von der Vergangenheit bis zur Gegenwart ist im Deutschen Stuhlbaumuseum erlebbar.

Rabenau trägt den Beinamen „Stuhlbauerstadt“.